Alarm Phone in Vorbereitung

„Watch The Med Alarm Phone“ in Vorbereitung

Seit einigen Monaten arbeiten verschiedene Netzwerke an der Einrichtung eines alternativen Alarmnetzwerkes für den mediterranen Raum und zwischen Ende September und dem 11. Oktober (dem ersten Jahrestag der weniger bekannten Left-to-die-„Tragödie“ mit über 250 toten syrischen Flüchtlingen) sind diverse transnationale Aktivitäten in Planung, um dieses neue Projekt der Intervention in die Öffentlichkeit zu bringen.

Folgend ein längeres Zitat aus dem Aufrufentwurf, und wer mehr wissen und diese Initiativeunterstützen möchte, bitte zunächst unter folgender Adresse melden: kmii-hanau@antira.info

Aus dem Aufrufentwurf:

… Wir verfügen über kein Rettungsteam, wir bieten keinen direkten Schutz. Wir wissen um unsere begrenzten Möglichkeiten, wir wissen um das Provisorische und Prekäre unserer Initiative. Doch die Situation zwingt zum Handeln und mehr zu tun, als tödliche Tragödien und wiederholte Menschenrechtsverletzungen nachträglich zu beklagen.

Wir wollen unmittelbar Alarm schlagen, wenn Flüchtlinge und MigrantInnen in Seenot geraten und nicht unverzüglich gerettet werden. Wir wollen in Echtzeit dokumentieren und sofort skandalisieren, wenn Boatpeople zu Opfern von Rückschiebungen werden. Wir wollen mit allen Mitteln der öffentlichen Mobilisierung eingreifen gegen das offensichtliche tägliche Unrecht an den EU-Außengrenzen.

Deshalb richten wir zum 10.10.2014 eine Alarmtelefon ein. Es wird 24 Stunden besetzt sein, mit einem multilingualen Team in Bereitschaft, getragen von MenschenrechtsaktivistInnen von beiden Seiten des Mittelmeeres. Allen Betroffenen in Seenot raten wir, zuerst die offiziell verantwortlichen Rettungskräfte zu alarmieren. Wir bieten das Ohr für den zweiten Alarm und erfragen – sofern möglich – die geographische Position, um diesem SOS so schnell wie möglich eine unüberhörbare Stimme zu verleihen.

Wir werden allen erdenklichen Druck machen und den zuständigen Behörden und verantwortlichen PolitikerInnen zeigen, dass „die Kontrolleure kontrolliert werden“. Wir alarmieren Schiffskapitäne in der Nähe des Unglücksortes wie auch ortsferne JournalistInnen, wir informieren engagierte Würdenträger aller Konfessionen und prominente UnterstützerInnen. Wir nutzen die kritische Netzöffentlichkeit für Just-in-Time-Kampagnen und rufen alle auf, sich an der Entwicklung weiterer kreativer Interventionsformen zu beteiligen. …“