„Tödliche Hürde Mittelmeer“

Süddeutsche Zeitung

Flüchtlinge auf dem Weg in die EU

Seit Jahresbeginn starben mehr als 3000 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer. Trotzdem steht das italienische Programm zur Seenotrettung vor dem Aus. Aktivisten wollen nun Druck auf die Politik ausüben – mit einer Hotline.

Von Martin Anetzberger

Die EU-Innenminister trafen sich an diesem Donnerstag in Luxemburg. Ausgerechnet im kleinsten Benelux-Staat, dem die Nordsee wesentlich näher ist als das Mittelmeer. Weit entfernt also vom Schauplatz der großen Tragödie, die das Hauptthema des Treffens war – dem Ansturm tausender verzweifelter Flüchtlinge auf Europa.

Menschenrechtsaktivisten drängen auf schnelle Hilfe. Thomas de Maizière und seine Kollegen sind dagegen eher besorgt über Ungleichgewichte bei der Verteilung der Flüchtlinge innnerhalb der EU.

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Frontex Plus-Triton

Einsatzplan mit Details

Frontex Plus und Frontex Triton, also die Bezeichnungen des künftigen Frontex-Einsatzes im Zentralen Mittelmeer, konzipiert zunächst als Ergänzung, dann als Ersatz der italienischen Mare Nostrum Operation, werden neue Todeszonen für Boat-people im Mittelmeer schaffen. Einerseits sollen die Überwachungen aus der Luft verstärkt werden, andererseits ist der Rückzug aus den internationalen Gewässern geplant. Rettungsoperationen werden voll und ganz den einzelnen EU-Staaten, hier also Italien, aufgebürdet. Da immer mehr Boat-people nicht mehr von Libyen, sondern von Ägypten aus starten werden – angesichts der Kriegssituation in Libyen – wird es vorhersehbar zu mehr Schiffskatastrophen südöstlich von Italien kommen, in der Zone zwischen Kreta und Sizilien. Genau hier werden die Frontex-Meerespatrouillen zurückgefahren werden.

Hier der aktuelle Einsatzplan von Frontex Plus – Triton, Dokument:

Frontex 2014: Concept of reinforced joint operation tackling the migratory flows towards Italy