„Zwischenstation Milano Centrale“

WDR 5

Der Hauptbahnhof von Mailand ist Anlaufpunkt für Flüchtlinge aus Syrien und Durchgangsstation auf ihrer Reise nach Norden. Die meisten Flüchtlinge, die in Italien landen, versuchen sich dorthin durchzuschlagen.

Redaktion: Anna Osius

Abdullah ist Anfang 20. Ein Student aus Homs in Syrien – auf der Flucht vor Terror und Gewalt in seiner Heimat. 6000 Dollar hat er für die Überfahrt bezahlen müssen. In einem kleinen Holzkahn übers Mittelmeer. Dann quer durch Italien. Jetzt ist er am Bahnhof in Mailand gelandet und will weiter nach Norden. „Deutschland oder Schweden. Mein Bruder lebt in Malmö. Aber da komme ich nicht hin. Weil man im Zug kontrolliert wird. Vor zwei Tagen hat mich die französische Polizei erwischt, also bin ich wieder hierher gekommen.“
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„Flucht aus Somalia“

faz.net

„Niemand wusste, ob wir ankommen würden

Durch die Wüste, übers Mittelmeer, ins Gefängnis, in die Schule: Moha kam als 15 Jahre alter Flüchtling von Somalia nach München. Deutschland braucht Menschen wie ihn. […]“

von Jonathan Fischer

„Beim Freitagsgebet in der Moschee musterten die Kämpfer unter den Wollmasken uns Jugendliche. Alle, die stark genug zum Kämpfen schienen, mussten mitkommen. Sogar 14-Jährige wie ich. Zum Glück war ich für mein Alter sehr klein und dünn geraten. Niemand von uns Jugendlichen wollte zum Töten ausziehen. Wir wollten lieber Fußball spielen und Filme schauen, so wie früher, bevor die islamistischen Shabaab-Milizen unsere Stadt besetzten und Kämpfer aus Afghanistan, Arabien und Nordamerika durch die Straßen patrouillierten. Sie verboten uns das Fernsehen und die Musik. Alle Frauen mussten sich verschleiern. Und Fußball spielen durften wir nur noch in langen Hosen.“ […]